Umgestaltung der Nebenstraßen im Schulumfeld der Einhardstraße

B90/Die Grünen sind erfreut, dass die Überprüfung ihre Anregung ergeben hat, dass 5,5 m statt 6,0 m als Fahrbahnbreite für die Einhardstraße ausreichend ist. Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität steht es Seligenstadt sehr gut zu Gesicht, ein Zeichen für den Fuß- und Radverkehr zu setzen und die um 50 cm reduzierten Straßenbreite auch umzusetzen.

„Wir bevorzugen die Variante mit mehr Raum für Fußgänger,“ zeigen sich die Grünen überzeugt. „Der motorisierte Verkehr ist dort zu Schulzeiten faktisch nicht gewollt und kann kein Argument für die breitere Ausführung sein. Das neue Ausbaumaß entspricht der Fahrbahnbreite der Giselastraße und scheint selbst bei großem Radfahreraufkommen zu Schulbeginn und -ende ausreichend groß bemessen,“ führen sie zum Vergleich an.

Die Diskussion um die Umgestaltung der Einhardstraße und die grundhafte Erneuerung der Nebenstraßen reicht viele Jahre zurück. 2013 gab es diverse Anträge zu verkehrsordnungsrechtlichen Anordnungen. Dass sich das Parlament damals völlig uneinig war und die CDU sogar jegliche Vorschläge ablehnte, zeigt, dass gerade bei den Nebenstraßen noch massiver Beratungsbedarf besteht. Beschlossen wurde damals mehrheitlich, dass die Einhardstraße und die Jean-Hofmann-Straße als Fahrradstraßen ausgebaut werden sollen, wobei die zuerst genannte in beide und die zuletzt genannte zumindest in eine Richtung für den Kfz-Verkehr freizugeben ist. Warum man sich dazu entschied, aus der Hans-Memling-Straße keine Fahrradstraße zu machen, obwohl fast 2/3 der antwortenden Anwohner dem positiv gegenüberstanden und auch Prof. Follmann es für denkbar hielt oder warum aus der Matthias-Grünewald-Straße, der schmälsten dieser Straßen, keine Einbahnstraße werden sollte, obwohl sich das 15 der 18 antwortenden Haushalte wünschten, ist nicht mehr nachvollziehbar, vor allem bei Betrachtung der Verkehrssituation zu den Stoßzeiten.

Sieben Jahre sind seitdem vergangen. Die neuen Stadtverordneten sollten sich selbst ein umfassendes Bild machen und die Sachlage in Bezug zu den Nebenstraßen neu bewerten. Hierzu haben B90/Die Grünen Verbesserungsvorschläge eingebracht, bevor die zusätzliche Million für die grundhafte Erneuerung ohne grundlegende Verbesserung der Straßenaufteilung einfach mitbeschlossen wird.

„Für uns ist das keine reine Straßenbaumaßnahme, es ist auch Stadtgestaltung. Eine simple Erneuerung des Bestandes ist für uns inakzeptabel und nicht zeitgemäß.“

„Für uns ist das keine reine Straßenbaumaßnahme, es ist auch Stadtgestaltung. Eine simple Erneuerung des Bestandes ist für uns inakzeptabel und nicht zeitgemäß. Wir tragen lieber dazu bei, ansprechenden öffentlichen Raum entstehen zu lassen, der von allen Verkehrsteilnehmern*innen gleichberechtigt genutzt werden kann und noch dazu die Aufenthaltsqualität für die Anwohner*innen steigern würde,“ begründen sie ihre Ideen für den Ausbau.

Da Gehwegbreiten von 90-110 cm im Umfeld von Schulen nicht den Empfehlungen und Richtlinien entsprechen, sollten weitere kreative Lösungsansätze verfolgt werden. Dass sich der Rahmen der Möglichkeiten nicht nur auf verkehrsordnungsrechtliche „kosmetische“ Anordnungen, wie „Einbahnstraße“ oder „Fahrradstraße“ beschränkt, sondern auch andere bautechnische Lösungsmöglichkeiten, wie Mischverkehrsflächen bestehen, wurde seitens der Planer bestätigt und muss vorab überprüft werden. Dass unterschiedliche Straßenbreiten unterschiedliche Lösungsansätze ergeben können, ist selbstverständlich und gerade für die Einbahnstraßenregelungen halten sie eine Probephase für sinnvoll.

Die Nebenstraßen dienen als Erschließungsstraßen der Anwohner*innen und in gewissen Zeitfenstern einem sehr großen Fußgänger- und Fahrradfahreraufkommen. Im Sinne der Flächengerechtigkeit im öffentlichen Raum und zur Verbesserung der Nutzungsqualität aller, auch mobilitätseingeschränkter Personen und das bei gleichzeitigem Erhalt von Parkplätzen, erscheint die Einrichtung Verkehrsberuhigter Bereiche ohne getrennte Gehwege insbesondere für Hans-Memling-Straße und Matthias- Grünewald-Straße als ideale Lösung. Alle Verkehrsteilnehmer bewegen sich gleichberechtigt im Straßenraum, die Geschwindigkeit ist reduziert. Der Straßengestaltung, auch mit Hilfe von Bepflanzungen, kommt damit die besondere Aufgabe zu, ein besseres Miteinander und Rücksichtnahme zu fördern und die Aufenthaltsqualität zu steigern.

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