Grüne für konstruktive Lösung für Stadtklima und Barrierefreiheit beim Bahnhofsausbau

Der Bahnhofsausbau hat nicht nur Verspätung, sondern sogar der Fahrplan selbst ist weder allen politisch Aktiven noch den Bürger*innen hinreichend bekannt. Als Startschuss wären fast fünf alte Linden gefällt worden, noch vor der Vorstellung der Pläne und Fertigstellung des Bebauungsplans.

„Wir haben umgehend begonnen, Unterschriften zum Erhalt der Linden zu sammeln, um zu verdeutlichen, wie wichtig unseren Bürger*innen der Erhalt von vitalen Bäumen an dieser Stelle, aber auch ganz allgemein ist.“, fasst Natascha Maldener-Kowolik als Fraktionsvorsitzende das sofortige aktive Eingreifen von B90/DieGrünen mittels der Petition www.openpetition.de/petition/unterzeichner/faellung-der-linden-verhindern zusammen.

„Nachhaltig mit der Umgebung umzugehen, ist keine Aufgabe einer einzelnen Partei. Es zeigt sich aber leider in den vielen Bauprojekten der Vergangenheit, dass wir wohl die Einzigen sind, denen das noch wichtig ist.“

Adina Biemüller, Fraktionssprecherin

„Der Bürgermeister hält uns und allen über 750 Unterstützenden in einem Pressestatement vor, nicht richtig informiert zu sein. Gleichzeitig ist er aber für den unzureichenden Informationsfluss verantwortlich, weil er zu diesem Vorhaben seit eineinhalb Jahren keinen aktuellen Planungstand aus der Verwaltung berichtet hat. Nun sollen, ohne die Opposition und Bürger*innen zu informieren, Tatsachen geschaffen und Bäume gefällt werden. Das scheint uns Grund genug, einzugreifen und das zu kommunizieren,“ zeigt sich Adina Biemüller sichtlich enttäuscht. „Den Vorwurf, die Grünen setzen sich für die Erhaltung der Bäume aus politischem Selbstzweck ein, weisen wir scharf zurück,“ ergänzt Maldener-Kowolik. „Wir handeln aus Überzeugung und um unserer Verantwortung gegenüber der Umwelt gerecht zu werden. Dabei haben wir sehr viel Unterstützung von Seligenstädter*innen erhalten. Nachhaltig mit der Umgebung umzugehen, ist keine Aufgabe einer einzelnen Partei. Es zeigt sich aber leider in den vielen Bauprojekten der Vergangenheit, dass wir wohl die Einzigen sind, denen das noch wichtig ist.“, führt Biemüller weiter aus.

Der „benachbarte Ausbau“ der Eisenbahnstraße, zumindest der Ausbau des Gehweges, gehört für B90/DieGrünen zum Umbau zur Zentralen Busumsteigestelle dazu. Vom Kreisausschuss kam 2016 zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung die Anregung „die kartierten Einzelbäume im Randbereich der Eisenbahnstraße zum Erhalt festzusetzen und wie – z.T. bereits geschehen – in die Planung zu integrieren.“ Das verdeutlicht, dass auch dieser Bereich schon immer zum Planungsgebiet gehört.

Die alten Linden stehen im Randbereich des Seitenstreifens, sodass der Gehweg auch vor den Bäumen verlaufen kann. Nur am Übergang zum zukünftigen P&R-Parkplatz müsste der Durchgang zwischen einer Linde und dem unter Denkmalschutz stehenden kleinen Gebäude verlaufen. Fußgänger*innen, aber auch mobilitätseingeschränkte Personen sollten sich eine Fläche von ca. 80 m x 5 m mit fünf Bäumen teilen können. Die verbleibende Durchgangsbreite an den Engstellen scheint mit zwei Metern noch immer ausreichend groß bemessen und bietet mehr Raum, als an manch anderer Straße zwischen Zaun und Autos für Fußgänger*innen zur Verfügung steht.

Schon am Weltklimastreiktag 2019 machten Die Grünen Seligenstadt auf Alternativen zu Baumfällungen am Bahnhof aufmerksam.

Um die Wurzeln der Linden zu schützen und um die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen, kann der Gehweg in diesem Teilbereich zum Wohle der Bäume mit einer wassergebundenen Wegedecke ausgeführt werden, wie sie in vielen Parks zu finden ist. Von Bäumen mitten auf dem Gehweg als Hindernis kann jedenfalls keine Rede sein.

Wie unlängst zu erfahren war, sollen noch in diesem Jahr insgesamt zwölf Bäume im Bahnhofsbereich gefällt werden. B90/Die Grünen haben schon vor eineinhalb Jahren versucht, die Kreativität der Planenden mit Lösungsansätzen anzuregen, damit eine klimabewusstere Ausführung Berücksichtigung findet.

„Gemeinsam können Wege gefunden werden, diese Anzahl auf ein Minimum zu reduzieren. Bestenfalls bedeutet das, die Bäume weitestgehend in die Planung zu integrieren bzw. im ungünstigeren Fall, Bäume umzupflanzen, soweit Alter und Vitalität dies ermöglichen. Gerade auf dem bestehenden P&R-Parkplatz im Norden können einige Großbaumverpflanzungen, wie sie jüngst in Darmstadt aber auch vielen anderen Städten Deutschlands ausgeführt werden, einen wertvollen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz bieten und sind mit knapp 18.000,- € für die reinen Umpflanzmaßnahmen alternativlos.“, zeigen sich die Grünen nach der Einholung eines Angebotes bei der Firma Wichmann ARBOR GmbH & Co. KG überzeugt und arbeiten gerade einen entsprechenden Haushaltsantrag aus.

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