Seligenstädter Teilnehmer radeln für die Energiewende bis nach Schwerin

Unter dem Motto „Energiewende erFAHREN“ fand auch in diesem Jahr die mehrtägige Demonstrationstour des Landesverbandes Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen (LEE NRW) statt. Ziel der jährlich organisierten Fahrradtour ist es, Leuchtturmprojekte der erneuerbaren Energiegewinnung vor Ort kennenzulernen, den Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zu fördern sowie ein sichtbares Zeichen für eine klimafreundliche und unabhängige Energieversorgung zu setzen.

Wahlkampfunterstützung in Mecklenburg-Vorpommern

Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW ist der führende Interessenverband der Erneuerbare-Energien-Branche und vertritt Unternehmen und Akteure aus den Bereichen Windenergie, Solarenergie, Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie.

Die diesjährige Tour startete am 28. Juni in Münster und führte die knapp 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über sieben Etappen und rund 600 Kilometer durch Osnabrück, Cloppenburg, Bremen, Stade, Hamburg und Lübeck bis nach Schwerin. Dort wurde am 4. Juli im Schweriner Schloss, dem Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern, die Botschaft „Gemeinsam für eine umweltfreundliche und unabhängige Energieversorgung“ an die Politik übergeben – ein bewusst gewähltes Signal mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl.

Mit dabei waren auch zwei Teilnehmer aus der Einhardstadt Seligenstadt: Michael Hollerbach, Mitglied des LEE Hessen und ehemaliger SPD-Stadtverordneter, sowie Frank Raupach, Co-Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Beide engagieren sich seit vielen Jahren für die Energie- und Wärmewende in Seligenstadt und nutzten die Tour, um neue Impulse und praxisnahe Erfahrungen für die kommunale Energiewende mitzunehmen.

Angekommen in Schwerin

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Radtour war die kommunale Wärmeplanung. Bei zahlreichen Vorträgen und Projektbesichtigungen konnten die Teilnehmenden innovative Konzepte kennenlernen und sich mit Fachleuten austauschen. Die gewonnenen Erkenntnisse bieten wertvolle Anregungen für die weitere Wärmeplanung in Seligenstadt. Viele der vorgestellten Ansätze wären auch vor Ort umsetzbar und ergänzen die laufenden Planungen der Stadt sowie die Arbeit des beauftragten Unternehmens energielenker projects GmbH.

Zu den Höhepunkten der Tour zählten unter anderem der Besuch des Hanseatic Energy Hub in Stade, des Energiebunkers Wilhelmsburg der Hamburger Energiewerke, ein Fachvortrag zur Wärmeplanung der Freien und Hansestadt Hamburg sowie das Energie-Plus-Klärwerk in Grevesmühlen. Die besichtigten Projekte zeigten eindrucksvoll, wie innovative Technologien bereits heute zur klimafreundlichen Energieversorgung und Wärmewende beitragen.

Energiebunker Wilhelmsburg

Kritisch diskutiert wurden während der Tour die aktuellen energiepolitischen Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Nach Einschätzung der Teilnehmenden könnten die vorgesehenen Änderungen den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien verlangsamen und notwendige Investitionen in Wind-, Solar- und andere klimafreundliche Technologien erschweren. Für das Gelingen der Energiewende seien verlässliche politische Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für Unternehmen, Kommunen und Bürgerinnen und Bürger unverzichtbar.

Die Teilnahme an der „Energiewende erFAHREN“-Tour hat einmal mehr gezeigt, dass die Energiewende nicht nur eine nationale Aufgabe ist, sondern vor allem vor Ort gestaltet wird. Der Austausch über erfolgreiche Praxisbeispiele liefert wertvolle Impulse, von denen auch Seligenstadt bei der Umsetzung einer nachhaltigen Energie- und Wärmeversorgung profitieren kann.

Holstentor Hansestadt Lübeck (UNESCO-Weltkulturerbe)
Schweriner Schloss – Sitz des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern

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